Für diese Bauaufgabe, die den Umbau des Eingangsbereiches und die Erweiterung der Fitnessabteilung des „Aquarena“ Hallenschwimmbades in Brixen vorsieht, wurde kurz vor Weihnachten 2018 ein geladener Planungswettbewerb ausgeschrieben. In den Ausschreibungsunterlagen sind die geforderten Leistungen sehr detailliert beschrieben, insbesondere was das geforderte Raumprogramm, die geplanten Nutzungen, das zur Verfügung stehende Budget sowie das Planungshonorar betrifft. Der Beginn der Arbeiten war für den 01.06.2019 geplant, Abschluss der Arbeiten 2 Monate später am 31.08.2019.

Die vorgesehenen Baukosten wurden mit € 650.000,00 beziffert, inkl. Beleuchtung und Einrichtung und ohne Anlagen für Heizung, Klima und Lüftung.
Im architektonischen Konzept sollte auch eine Imageverbesserung der Acquarena durch Aufwertung des Kassabereiches und interner Umgestaltung der Fitnessabteilung berücksichtigt werden, wobei Verbesserungsvorschläge der Fassade des Fitnessbereiches positiv bewertet werden sollen.

 

Erdgeschoss

Den so präzise formulierten Vorstellungen der Betreibergesellschaft folgend, richten sich Einteilung und Disposition der Räumlichkeiten in unserem Projektvorschlag möglichst genau an die Raumprogramm – Anforderungen des Auslobungstextes. Dabei wird großer Wert gelegt, alle Räumlichkeiten in einen geordneten Kontext zu stellen und in klar ablesbare Funktionsbereiche zu gliedern. 
Ziel war es auch, großzügige Freiräume zu schaffen, die zu einer Erhöhung der Raumqualität führen und wertvolle Vorteile hinsichtlich Erschließungsoptiminierung und Innenraumnutzung bieten.

Obergeschoss

Die Raumeinteilung wurde an die Anforderungskriterien so angepasst, dass die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel bestmöglich eingehalten werden, auch wenn sich im Laufe der Planung herausstellt hat, dass sie in Bezug auf die gestellte Bauaufgabe deutlich unterbemessen sind. Trotzdem zeigt der Planungsvorschlag, dass auch mit minimalen baulichen Eingriffen eine Wert- und Imagesteigerung des Gebäudes erzielt werden kann.

Auch was die zeitliche Umsetzung der Umbauarbeiten betrifft, wird im Entwurf Rechnung getragen, indem die zur Verfügung stehende Baurechtsfläche nicht überschritten wird und somit eine zeitlich aufwendige Genehmigungsprozedur für eine Abänderung des Wiedergewinnungsplanes vermieden werden sollte.

Bei der Jury Sitzung werden die eingereichten Projektvorschläge allerdings ganz anders bewertet wie in den Aulobungsrichtlinien angekündigt. Baukosten und Bauzeiten sind plötzlich nicht mehr relevant, ganz im Gegenteil: diejenigen Projekte, die sich über die Zielvorgaben hinauslehnen, erhalten den größten Zuspruch von Seiten der Wettbewerbskommission.

Als Siegerprojekt wird der Beitrag eines Kollegen gekürt, der im Vergleich zum vorliegenden Wettbewerbsbeitrag, der aufzeigt, welche Nutzunsoptimierungen mit den vorgegebenen Baukostenbudget im vorgegebenen Zeitraum umsetzbar sind, doppelt so viel Nutzflächen bietet und mindestens die 3-fachen Baukosten vorsieht.

     

Normalerweise – möchte man meinen – werden die Wettbewerbsbeiträge ausgeschlossen, die sich nicht an die Rahmenbedingungen des Auslobungstextes halten. Oder es wird eine 2. Wettbewerbsstufe eingeleitet, bei der die Rahmenbedingungen neu formuliert werden.
Jedenfalls bleibt zu wünschen, dass sich sowohl für die Betreibergesellschaft als auch für die Aquarenabesucher zumindest diese Investition lohnen wird, nach den letzen Kritiken in Bezug auf die völlig deplazierte, kaum genutzte Dachsauna sowie in Bezug auf den alles andere als funktionell gestalteten Zugangsbereich zur neuen Außensauna.